Tuesday, September 26, 2023

Ukraine-Krieg im Newsblog | Ukraine: "Brauchen mehr Waffen, als wir derzeit haben"

Tag 580: Die Ukraine will einen hochrangigen russischen Soldaten getötet haben. Zwei Senioren sterben bei einer mutmaßlich russischen Attacke. Alle Infos im Newsblog.Selenskyj: Brauchen mehr Waffensysteme, als wir derzeit haben5.40 Uhr: Nach dem Erhalt der ersten US-Panzer vom Typ Abrams hat sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj zuversichtlich mit Blick auf weitere Militärhilfen gezeigt. "Wir arbeiten auch daran, alle anderen militärischen Fähigkeiten zu bekommen, die wir brauchen", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Dazu zählten Kampfflugzeuge vom Typ F-16, Flugabwehrsysteme sowie Langstreckenwaffen, fügte er hinzu. "Um unser gesamtes Staatsgebiet abzudecken brauchen wir mehr Systeme, als wir derzeit haben." Die Ukraine hofft unter anderem auf Taurus-Marschflugkörper aus Deutschland. Bislang gibt es aus Berlin allerdings keine Zusage.Früher am Tag hatte der Staatschef bekannt gegeben, dass die ersten Abrams-Panzer in der Ukraine eingetroffen seien. Insgesamt haben die Vereinigten Staaten die Übergabe von 31 Kampfpanzern an das von Russland angegriffene Land angekündigt.Explosionen in Sewastopol - angeblich "kontrollierte Sprengung"0.58 Uhr: Nach dem ukrainischen Angriff auf das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte hat es auf der von Moskau annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim am Montag erneut Explosionen gegeben. Nach Angaben des russischen Besatzungschefs des Gebiets, Michail Raswoschajew, soll es sich um eine "kontrollierte Sprengung" am schwer beschädigten Gebäude in der Stadt Sewastopol gehandelt haben. Auch am Abend seien weitere Sprengungen geplant, gab Raswoschajew auf Telegram an. Unabhängig ließen sich die Angaben nicht überprüfen. Später berichtete Raswoschajew, die Luftverteidigung habe eine ukrainische Rakete abgefangen.Bereits nach dem Angriff am vergangenen Freitag hatte die russische Seite zunächst nur von herabfallenden Raketentrümmern gesprochen - dabei stellte sich die ukrainische Attacke letztlich als weitaus erfolgreicher heraus. Mehrere Raketen sollen das Hauptquartier getroffen haben.Russland meldet Abschuss ukrainischer Drohnen0.30 Uhr: Russland meldet den Abschuss von ukrainischen Drohnen. Über der Region Belgorod seien es sieben Flugkörper gewesen, erklärt Regionalgouverneur Wjatscheslaw Gladkow auf Telegram. Es habe keine Opfer gegeben. Das russische Verteidigungsministerium teilt kurz darauf mit, es seien zwei Drohnen über der Region Kursk abgefangen worden. Einzelheiten werden nicht genannt, eine ukrainische Stellungnahme liegt nicht vor. Beide Regionen grenzen an die Ukraine.USA vereinbaren Milliardenkredit für Polens Militär-Modernisierung0.20 Uhr: Zur Modernisierung des polnischen Militärs haben die USA mit Warschau eine Vereinbarung über einen Milliardenkredit getroffen. Das US-Außenministerium gab am Montag in Washington bekannt, Polen solle ein Direktdarlehen in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar (1,89 Milliarden Euro) erhalten. Solche Direktdarlehen seien ein Instrument, das einigen der wichtigsten Sicherheitspartner der USA vorbehalten bleibe. "Polen ist ein treuer Verbündeter der Vereinigten Staaten, und Polens Sicherheit ist für die kollektive Verteidigung der Ostflanke der Nato von entscheidender Bedeutung", hieß es zur Begründung.Die US-Regierung stelle für die Kosten des Darlehens bis zu 60 Millionen Dollar zur Verfügung. Dies werde dazu beitragen werden, die Modernisierung der polnischen Verteidigung zu beschleunigen, indem Beschaffungen von Rüstungsgütern aus den USA unterstützt würden.Polen arbeitet angesichts des Krieges im Nachbarland Ukraine und der Bedrohung durch Russland daran, das eigene Militär aufzurüsten. In diesem Jahr will das EU- und Nato-Land vier Prozent seiner Wirtschaftsleistung für Verteidigung ausgeben - die Nato hatte sich in Friedenszeiten ein Ziel von zwei Prozent gesetzt. Zur Modernisierung von Armee und Luftwaffe hat Polen Milliardendeals mit den USA und Südkorea abgeschlossen.Transnistrien meldet Absturz von Raketentrümmern0.13 Uhr: In der von der Republik Moldau abtrünnigen und an die Ukraine grenzenden Region Transnistrien sind nach Angaben der Separatisten Trümmer einer Rakete abgestürzt. Teile des Geschosses seien im Dorf Chi?cani weniger als 20 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt gefunden worden, teilte das selbst ernannte Innenministerium der international nicht anerkannten Separatistenregion am Montag mit. In der Nacht zum Montag hat Russland die unweit gelegene ukrainische Region Odessa mit Drohnen und Raketen angegriffen.Nach Angaben der transnistrischen Separatisten wurde niemand verletzt. Online veröffentlichte Fotos zeigten Trümmerteile, die im Garten eines Dorfbewohners liegen sollen. Die Regierung der Ex-Sowjetrepublik Moldau entsandte nach eigenen Angaben Militärbeobachter zum Fundort der Trümmer. Die von Separatisten verbreitete Behauptung, es handele sich um eine Luftabwehrrakete vom Typ S-300, konnte zunächst nicht unabhängig überprüft werden.Senioren bei russischem Luftangriff in Südukraine getötet0.10 Uhr: Bei einem russischen Luftangriff auf die südukrainische Stadt Beryslaw sind drei Menschen ums Leben gekommen, darunter zwei Senioren. Ein 73-jähriger Mann und eine 70-jährige Frau starben am Montag durch den Einschlag einer vom Flugzeug abgeworfenen Bombe in einem Gebäude der kommunalen Wohnungsverwaltung, wie die lokalen Behörden auf Telegram mitteilten. Ein beim Einschlag verwundeter Mann erlag am Nachmittag seinen Verletzungen im Krankenhaus. Eine Frau wurde verletzt. Eine weitere Fliegerbombe zerstörte demnach ein Wohnhaus. Angaben aus dem Kriegsgebiet können oft nicht direkt unabhängig überprüft werden.Beryslaw liegt am nordwestlichen Ufer des Dnipro-Flusses, der in der umkämpften südukrainischen Region Cherson weitgehend die Front zwischen russischer und ukrainischer Armee bildet. In der Vergangenheit war die Stadt mehrfach Ziel russischer Luft- und Artillerieangriffe. Erst am Vortag hatten Flugzeuge Beryslaw bombardiert.Dienstag, 26. September 2023Wer ist der getötete Kommandeur der Schwarzmeerflotte?20.06 Uhr: Der Kommandeur der russischen Schwarzmeerflotte, Wiktor Sokolow, wurde laut ukrainischen Angaben beim Raketenangriff auf Sewastopol vergangenen Freitag getötet. Wer ist der Mann, der schon in Syrien Kriegsverbrechen zu verantworten hatte? Hier lesen Sie mehr zu seiner Person.Ukraine meldet Zerstörung von russischem Munitionsdepot19.58 Uhr: In der russisch besetzten Region Luhansk im Osten der Ukraine ist nach ukrainischen Angaben ein russisches Munitionslager auf einem Fabrikgelände detoniert. In der Stadt Sorokyne habe es am Montag eine heftige Explosion gegeben, teilte der ukrainische Militärgouverneur der Region Luhansk, Artem Lyssohor, auf Telegram mit. Die zu Sowjetzeiten als Krasnodon bezeichnete Stadt liegt mehr als 100 Kilometer hinter der Front, jedoch nur etwa 10 Kilometer von der Grenze zu Russland entfernt.Auf mehreren online veröffentlichten Videos waren Rauchschwaden über der Stadt zu sehen. Zu hören waren zudem die bei explodierender Munition typischen feuerwerksähnlichen Detonationen nach dem ersten Knall. Von russischer Seite gab es zunächst keine Stellungnahme dazu, was getroffen wurde. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.UN über Kriegsverbrechen: "Folter so brutal, dass das Opfer starb"15.15 Uhr: Eine Untersuchungskommission der Vereinten Nationen sammelt im russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine nach eigenen Angaben immer mehr Beweise dafür, dass die russische Armee Zivilisten foltert und Angriffe auf sie verübt. "Es gibt fortlaufend Beweise dafür, dass russische Streitkräfte in der Ukraine Kriegsverbrechen begehen", berichtete die Kommission dem UN-Menschenrechtsrat am Montag in Genf.Die Erkenntnisse deuteten auf eine weit verbreitete und systematische Anwendung von Folter durch die russischen Streitkräfte gegen Personen hin, denen vorgeworfen werde, Informanten der ukrainischen Streitkräfte zu sein. "In einigen Fällen war die Folter so brutal, dass das Opfer starb", teilte die Kommission mit.Die Kommission werde nun versuchen zu klären, ob die Fälle von Folter und die Angriffe auf die Infrastruktur der Ukraine Verbrechen gegen die Menschlichkeit darstellten, hieß es. "Die Kommission bedauert, dass es weiterhin zu Angriffen gegen Zivilisten und medizinische Einrichtungen kommt, die unter Schutz stehen." In der Region Cherson hätten russische Soldaten Frauen im Alter von 19 bis 83 Jahren vergewaltigt und sexualisierte Gewalt ausgeübt.Auch die Ukraine wurde aufgefordert, einige Fälle von möglicher Misshandlung russischer Kriegsgefangener aufzuklären. Ganz wichtig sei, dass allseits die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen würden, sagte der Leiter der Kommission, Erik Møse. Die Kommission hat die Ukraine bisher zehnmal besucht. Zugang zu russischen Quellen habe sie trotz mehrfacher Bitten nicht bekommen, hieß es.Selenskyj: Erste Abrams-Panzer in der Ukraine eingetroffen14.08 Uhr: Die Ukraine hat erste Abrams-Panzer aus den USA erhalten. Das teilte Präsident Selenskyj auf Telegram mit. Hier lesen Sie mehr dazu.Ukraine meldet Tötung des Kommandeurs der russischen Schwarzmeerflotte13.20 Uhr: Bei dem ukrainischen Angriff auf das Hauptquartier der russischen Schwarzmeerflotte auf der Krim ist nach Angaben von Anton Geraschenko, einem Berater des ukrainischen Innenministeriums, der Kommandeur der russischen Schwarzmeerflotte, Admiral Viktor Sokolow, getötet worden.Geraschenko schrieb unter Berufung auf ukrainische Spezialeinheiten, es seien 34 weitere Offiziere bei dem Raketenangriff ums Leben gekommen. 105 Menschen seien verletzt worden. Schon am Wochenende hatte die ukrainische Armee berichtet, hochrangige Marineoffiziere getötet zu haben. Der Raketenbeschuss habe sich während eines Treffens der russischen Marineführung ereignet, erklärte das Militär in Kiew am Samstag. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.Die Ukraine hatte das Hauptquartier in Sewastopol am Freitag angegriffen. Nach Angaben der Behörden der seit 2014 von Russland annektierten Halbinsel brach durch den Raketenangriff ein Feuer aus. Die ukrainische Armee sprach von einem "erfolgreichen Angriff". Russischen Angaben zufolge galt ein russischer Soldat als vermisst.Die russische Schwarzmeerflotte ist im Hafen von Sewastopol stationiert. Dort befindet sich eines der russischen Kommandozentren für Moskaus Krieg gegen die Ukraine. Von dort werden die russischen Besatzungstruppen im Süden der Ukraine versorgt und Raketenangriffe ausgeführt.Selenskyj in Kanada: Parlamentschef entschuldigt sich für Ehrung von Ex-SS-Mann13.03 Uhr: Mit der Ehrung eines ukrainisch-kanadischen Veteranen, der im Zweiten Weltkrieg für die Nazis gegen die Russen gekämpft hat, hat Kanadas Parlamentspräsident während des Besuchs des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im kanadischen Unterhaus einen Eklat ausgelöst. Parlamentspräsident Antony Rota entschuldigte sich am Sonntag (Ortszeit) für die Würdigung des 98-Jährigen, den er als "ukrainischen Helden" und "kanadischen Helden" betitelt hatte. Der ukrainische Immigrant Jaroslaw Hunka war Mitglied der Waffen-SS im Zweiten Weltkrieg gewesen.Nach Selenskyjs Rede am Freitag habe er "eine Person auf der Galerie begrüßt" und dann neue Informationen erhalten, die ihn "bedauern lassen, dies getan zu haben", erkärte Rota nun. Er bitte insbesondere die jüdische Gemeinschaft um Entschuldigung.Der Parlamentspräsident hatte den 98-jährigen Hunka als einen "Helden" gewürdigt, der im Zweiten Weltkrieg "für die Unabhängigkeit der Ukraine gegen die Russen" gekämpft habe. Er habe diese Initiative ergriffen, weil Hunka aus seinem Wahlkreis stamme und er deshalb auf ihn aufmerksam geworden sei, erklärte Rota.Der Vorfall hatte massive Kritik von jüdischen Organisationen und bei der konservativen Opposition ausgelöst. Der Verein Freunde des Simon-Wiesenthal-Zentrums bezeichnete es als "schockierend", dass ein "Veteran, der in einer Nazi-Militäreinheit gedient hatte, ins Parlament eingeladen und mit Standing Ovations bedacht wurde". Die Äußerungen des Parlamentspräsidenten hätten die Tatsache ignoriert, dass Hunka "in der 14. Waffen-Grenadier-Division der SS gedient" habe, einer Nazi-Einheit, "deren Verbrechen gegen die Menschlichkeit während des Holocausts gut dokumentiert sind", kritisierte die Organisation."Wie lange will Schoigu das noch verheimlichen?"8.43 Uhr: Putins Armee scheint auf dem Rückzug zu sein. Russische Militärblogger schlagen bereits Alarm. Verteidigungsminister Schoigu soll ein Ultimatum erhalten haben. Lesen Sie hier die neuesten Entwicklungen zur Lage an der Front.Ukraine meldet Abschuss von 19 Drohnen und elf Raketen8.03 Uhr: Die ukrainische Luftwaffe hat nach eigenen Angaben in der Nacht elf von insgesamt zwölf vom russischen Militär abgefeuerte Raketen abgeschossen. Zudem seien alle 19 von Russland gestarteten Drohnen abgefangen und zerstört worden, teilte die Luftwaffe mit. Es handle sich um Schahed-Drohnen aus iranischer Fertigung. Russland habe ukrainische Ziele darüber hinaus mit zwei Anti-Schiffs-Raketen angegriffen. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen.Putin umgeht westliche Öl-Sanktionen erfolgreich7.36 Uhr: Eigentlich sollte der Preisdeckel des Westens die russischen Ölexporte ausbremsen. Doch neue Berechnungen zeigen: Russland verschifft sogar mehr. Lesen Sie hier mehr dazu.EU-Kommissar zeigt Unverständnis für Chinas Haltung zu Ukraine-Krieg6.57 Uhr: EU-Handelskommissar Valdis Dombrovskis hat während seines China-Besuchs Unverständnis für die Haltung der Volksrepublik zum Ukraine-Krieg geäußert. Territoriale Integrität sei für China immer ein Grundprinzip in der internationalen Diplomatie gewesen, und Russlands Krieg verletze dieses Prinzip offensichtlich, sagte der Lette vor Studenten der hoch angesehenen Tsinghua Universität in Peking am Montag. "Deshalb ist es so schwer für uns, Chinas Haltung zum Krieg Russlands gegen die Ukraine zu verstehen, da sie mit Chinas eigenen Grundprinzipien bricht."Dombrovskis nannte zudem kriegsbedingt verminderte Nahrungsmittelexporte und hohe Energiepreise, die auch Auswirkungen auf China hätten. Nahrungsmittelsicherheit stehe für China "weit oben auf der Agenda". "Deshalb ist es schwierig zu erkennen, wie Russlands Sabotage von Getreideexporten aus der Ukraine in Chinas Interesse sein kann", sagte er. Zudem sah der EU-Politiker ein Risiko für Chinas internationales Ansehen. Die Haltung zum Krieg wirke sich auf das Bild des Landes bei europäischen Konsumenten und Unternehmen aus. Ein Drittel der EU-Unternehmen gab laut Dombrovskis an, dass China wegen seiner Position in dem Konflikt weniger attraktiv für Investitionen sei.Der EU-Handelskommissar hatte zuvor Chinas Wirtschaftsmetropole Shanghai besucht. In Peking stand an diesem Montag der 10. EU-China-Dialog zu Handel und Wirtschaft auf dem Programm. Ein Thema dort dürfte auch die jüngst angekündigte Untersuchung der EU zu chinesischen Subventionsgeldern für E-Autos sein. Nach Ansicht Brüssels drücke China mit hohen Beträgen die Preise für chinesische E-Autos und verzerre damit den Markt. Peking zeigte sich mit der angekündigten Untersuchung unzufrieden.Russland greift Odessa mit Drohnen und Raketen an5.34 Uhr: Russland hat die südukrainische Hafenstadt Odessa in der Nacht zum Montag mit Drohnen und Raketen angegriffen. Medienberichten zufolge waren Explosionen zu hören. An der Küste sei demnach ein großes Gebäude getroffen worden und in Brand geraten. Über mögliche Opfer war zunächst nichts bekannt.Die ukrainische Luftwaffe hatte zuvor bei Telegram vor Angriffen mit Shahed-Drohnen, Kalibr-Raketen und Oniks-Marschflugkörpern gewarnt. Der Militärgouverneur von Odessa, Oleh Kiper, rief die Einwohner der Hafenstadt und der Region dazu auf, sich in Sicherheit zu bringen und die Schutzräume nicht vorzeitig zu verlassen. In der gesamten Ukraine herrschte in der Nacht vorübergehend Luftalarm.Ukrainischer Sonderermittler fordert Hilfe 4.53 Uhr: Der ukrainische Sonderermittler für die Dokumentation von Kriegsverbrechen, Gjundus Mamedow, hat internationale Unterstützung bei der Strafverfolgung gefordert. So könne die Justiz anderer Staaten ermitteln, wenn sich Ansatzpunkte ergäben, sagte Mamedow der Deutschen Presse-Agentur in Kiew. Dies könne der Fall sein, wenn sich Opfer des russischen Angriffskriegs in Ländern wie Deutschland befänden. "Wir haben seit September vergangenen Jahres etwa 500 Fälle von Verstößen gegen das humanitäre Völkerrecht dokumentiert. An der Ermittlung der Beteiligten müssen andere Institutionen mitwirken", forderte Mamedow.Beispielhaft sei, dass die deutsche Justiz Gerichtsverfahren wegen Straftaten durchgeführt habe, die im Syrien-Krieg verübt wurden. Er setze nun Hoffnungen darauf, dass sich die Bundesregierung auch "für die Schaffung einer internationalen Institution einsetzt, die sich komplett der Aufklärung der Verbrechen gegen die Ukraine widmet".Auf die Frage, ob nicht auch von ukrainischer Seite Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht verübt worden seien und ebenso verfolgt werden müssten, sagte er: "Ich bestreite das auch nicht."Mamedow war von 2016 an ukrainischer Staatsanwalt für die von Russland im Jahr 2014 völkerrechtswidrig annektierte Krim, von 2019 bis 2021 stellvertretender Generalstaatsanwalt der Ukraine. Jetzt leitet er eine Arbeitsgruppe, die Beweise für Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht – Prinzipien und Regeln für die Beteiligten bewaffneter Konflikte – sammelt.So können Sie für die Ukraine spendenAngesichts der Nachrichten aus der Ukraine fühlen sich viele Menschen hierzulande machtlos. Wenigstens mit einer Spende möchten sie helfen. Hier finden Sie eine Auswahl an Hilfsorganisationen.Ältere Nachrichten zum Krieg in der Ukraine lesen Sie hier.

from deutschland | t-online https://www.t-online.de/nachrichten/ukraine/id_100249074/ukraine-krieg-im-newsblog-ukraine-brauchen-mehr-waffen-als-wir-derzeit-haben-.html

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