Der Herbst ist die beste Zeit für Rad-Urlaub. Der Elbwanderweg bietet eine reizvolle Etappe im Hamburger Umland.Wer an den Hamburger Landungsbrücken steht, mag gar nicht glauben, dass dieser Fluss zu den letzten ursprünglichen Fusslandschaften Europas zählt. Doch östlich von Hamburg erstreckt sich ein Flussdelta, das man am besten per Rad erkundet. Die Wege sind mit einem "E" gekennzeichnet. Es ist das letzte Teilstück des Elbradwegs.Der Elbradweg ist einer der beliebtesten Radwege in Deutschland. Er folgt dem Verlauf der Elbe von der Quelle im tschechischen Riesengebirge bis zur Mündung in die Nordsee. Auf einer Länge von rund 1.200 Kilometern bietet er Radfahrern vielfältige Landschafts- und Kulturerlebnisse. Der Elbradweg ist durchgehend asphaltiert und eignet sich sowohl für kurze Ausflüge als auch für längere Reisen mit dem Fahrrad.Für eine Flussseite entscheidenWer nicht die ganze Strecke fahren möchte, kann sich einzelne Abschnitte aussuchen und diese als Tages- oder Halbtagestour gestalten. Der Radweg bietet dabei die Möglichkeit, wahlweise rechts oder links der Elbe zu fahren, je nachdem welche Sehenswürdigkeiten man besuchen möchte. Allerdings sollte man beachten, dass es nur wenige Brücken und Fähren gibt, um die Flussseite zu wechseln. Außerdem sollte man sich auf einen möglichen Gegenwind einstellen, der meist aus westlicher Richtung kommt. Wer dies vermeiden möchte, kann die Strecke auch in umgekehrter Richtung fahren.Ein Highlight des Elbradwegs ist die Strecke nach Cuxhaven. Offiziell beginnt sie in Hitzacker. Dann würde der Streckenabschnitt gut 50 Kilometer umfassen. Da der Ort aber schlecht von Hamburg aus erreichbar ist, kann die Tour entweder in Lüneburg starten und dann über Bleckede und Lauenburg (rund 40 Kilometer) weiterführen. Oder man steigt erst ab Hamburg aufs Rad – dann verpasst man allerdings die idyllischen Elbtalaue, wo sich Wiesen, Wälder und kleine Dörfer abwechseln.Ab HitzackerWer die Tour ab Hitzacker startet, erreicht nach der Überquerung der Elbhöhen die Hansestadt Hamburg, die mit ihrem Hafen, ihrer Architektur und ihrem kulturellen Angebot lockt. Weiter flussabwärts wird die Landschaft immer flacher und weiter, bis man schließlich die Nordseeküste erreicht. Dort kann man den Blick auf das Meer genießen und die großen Containerschiffe beobachten, die auf der Elbe fahren. Die zweite Etappe für von Lauenburg über Geesthacht nach Hamburg – entweder über das Hohe Elbufer auf der rechten oder am Deich entlang auf der niedersächsischen Seite nach Geesthacht. Hier besteht die Möglichkeit, den Fluss über die Elbbrücke zu überqueren. Von dort hat man einen guten Blick auf die Schleusen und das große Stauwehr, das den Einfluss der Gezeiten auf die mittlere und obere Elbe begrenzt, und die imposante Fischtreppe.Nach gut 13 Kilometern ist das Zollenspieker Fährhaus erreicht, das bereits zu Hamburg gehört. Wer die südliche Route gewählt hat, muss hier mit der Fähre von Niedersachsen übersetzen, denn nun führt der Elberadweg ausschließlich rechtselbisch nach Hamburg – zunächst durch die weite Landschaft der Vier- und Marschlande, dann über die Elbinsel Kaltehofe direkt zu den St. Pauli Landungsbrücken am Hafen. Die Strecke ist rund 60 Kilometer lang.Von Hamburg nach Stade oder GlücksburgVon Hamburg geht es weiter nach Stade (knapp 50 Kilometer) oder Glückstadt (gut 65 Kilometer). Um nach Stade zu gelangen, radelt man auf der linken Flussseite durchs Alte Land. Dort lockt die Apfel- und Kirschblüte im Frühjahr, im Sommer ist Kirschernte. Und ab dem Spätsommer und Herbst gibt es Äpfel. Dabei gelangt man in das Städtchen Stade, das mit einer hübschen Fachwerk-Altstadt lockt. Im Anschluss folgt dann aber die längste Strecke der Tour: 100 Kilometer bis Cuxhaven. Allerdings ist die Strecke flach und gut ausgebaut.Die zweite Streckenoption führt von Hamburg aus über Altona und die Elbvororte gen Glückstadt. Dort lohnt es sich, die Altstadt zu erkunden und den Hafen zu besichtigen. Mit der Fähre geht es dann über die Elbe nach Wischhafen, einem kleinen Ort mit einem Museumshafen und einer Kirche aus dem 13. Jahrhundert.Von Wischhaven nach CuxhavenVon Wischhafen aus radelt man weiter nach Freiburg/Elbe, einer Stadt mit einer langen Tradition als Handels- und Fischerort. Hier lohnt sich ein Abstecher zum Schloss Agathenburg, einem barocken Herrenhaus mit einem Museum und einem Park. Die Route führt dann weiter in westlicher Richtung durch das Kehdinger Land, eine Region, die von Feldern und Feuchtgebieten geprägt ist. Diese Landschaft ist ein Paradies für Naturfreunde und Vogelbeobachter, denn sie steht als Wildvogelreservat unter Naturschutz.In Balje überquert man die Oste, einen Nebenfluss der Elbe, über das Sperrwerk, das den Fluss vor dem Einfluss der Gezeiten schützt. Das Sperrwerk ist auch ein beliebter Aussichtspunkt, von dem aus man einen schönen Blick auf die Elbe und die Schiffe hat. Die Tour geht dann weiter nach Otterndorf, einem Nordseebad mit einer lohnenden Altstadt. Hier kann man viele historische Häuser und moderne Skulpturen bewundern, sowie das Museum für Regionalgeschichte besuchen.Die letzten 20 Kilometer der Tour verlaufen überwiegend direkt an der Elbe entlang, bis man das Ziel Cuxhaven erreicht.Wer sich vorab über Touren, Übernachtungsmöglichkeiten und Gepäckservice informieren möchte, kann das auf der Seite des Elbradwegs tun. Dort findet man auch eine interaktive Radkarte.
from deutschland | t-online https://www.t-online.de/region/hamburg/id_100242414/elbradweg-urlaub-mit-dem-rad-diese-strecke-ist-einen-ausflug-wert.html
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